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Sonntag, 26. Januar 2014

Parisurlaub November 2013 - Teil I

Hier ENDLICH MAL (meine Güte, ich hab echt zwei Monate verstreichen lassen weil ich immer so faul bin und das Gefühl habe, nie das einfangen zu können in meinem Text, was ich ausdrücken will -.-) ein kleiner Bericht zum Beginn unseres Parisurlaubs im November. Ich will versuchen, hier und da ein paar Tipps einzustreuen für Leute, die sich in Paris bzw. Frankreich nicht so gut auskennen und vielleicht auch vorhaben, zu Axes Femme und Baby dorthin zu pilgern :D

Meine Axes Femme-Besuche finden sich hier.

Ich war schon richtig oft in Paris, die Anzahl meiner Besuche rangiert zwischen 10 und 20. Mit meiner Familie natürlich, aber auch mal alleine, etwa wenn ich während eines Schüleraustauschs in den Vororten zur Schule gegangen bin oder als ich in meiner Bachelorstudienzeit einen Praktikumsplatz in der Schulverwaltung im Pariser Speckgürtel hatte, vor der Weiterfahrt in den Süden und zuletzt 2009 mit Martin. Trotzdem bin ich leider kein dezidierter Parisexperte. Aber mit der Zeit findet man so seine Ecken. Ich könnte auch weitere 10 oder 20 Male dorthin reisen! Es gibt so vieles, was ich noch immer nicht gesehen habe oder noch einmal erleben möchte. Hoffentlich kommt es dieses Jahr also wieder dazu.

Blick auf den Eiffelturm vom Quai d'Orsay

Für mich ist Paris als "Hauptstadt des 19. Jahrhunderts" eh ein Ort, der mich magisch anzieht. So viele Straßen, die eigentlich nichts Besonderes verbergen, sind um Längen schöner als in anderen Städten und das allein wegen der Ästhetik, mit der Haussmann diese Stadt so geprägt hat. Aber auch abseits der stilgebenden Straßenzüge verzaubert mich Paris immer noch.

Bei unserem ersten gemeinsamen Parisurlaub war es mir wichtig, Martin alle möglichen großen Sehenswürdigkeiten zu zeigen, damit er eben auch mal sagen kann: "Ich war schon mal am Eiffelturm und hab mit meiner Freundin davor ein Knutschefoto gemacht/eine Kerze in Notre-Dame angezündet/bin über die Champs Elysée gelaufen..." Ja. Ok, das meiste haben wir irgendwie trotzdem wieder gesehen, was sich kaum vermeiden lässt. Und es gibt immer noch Standarddinger, die Martin nicht kennt, wie etwa die Grande Arche, wie mir spontan in den Sinn kommt. Die ich auch nicht sonderlich hübsch finde und er sicher erst recht nicht, aber die auf der Liste noch abzuhaken wäre. Aber gut, diesmal haben wir uns zumindest in der Theorie auf die Sehenswürdigkeiten beschränkt, die uns auf unseren Spaziergängen begegnet  sind oder eben fußläufig zu unserer Unterkunft waren.

Altes Parisfoto von 2009.

Sicher kann man innerhalb von vier Tagen viel mehr Sehenswürdigkeiten und anderes von Reiseführern angepriesenes anschauen, als wir es getan haben. Allerdings sind wir der Meinung, dass man eine Stadt zu Fuß besser erschließen kann - das benötigt natürlich seine Zeit und man schafft eben nicht so viel wie wenn man immer die Métro nehmen würde, aber man findet Plätze, die man sonst nie sehen würde, und kann in das Leben der Stadt besser eintauchen, denke ich.

 
Aussicht auf Paris von der Butte de Montmartre aus

Und günstiger ist es auch ;) Wogegen ein Métroticket mit 1,70 Euro lächerlich wenig kostet verglichen etwa mit den HVV-Preisen in Hamburg... Kauft euch übrigens lieber gleich ein "Carnet", also 10 Tickets auf einmal, das ist eine große Ersparnis. Die Automaten sind sehr einfach zu bedienen und ihr könnt auch auf Deutsch umschalten. Passt aber auf, nicht alle akzeptieren Scheine!

Übrigens ist der Schlüssel zu Paris wie zu Frankreich allgemein leider immer noch sehr die Sprache. Ich bin wirklich dankbar darüber, zweisprachig erzogen worden zu sein, weil es so vieles erleichtert. Ich höre immer wieder von Leuten, die Paris als unattraktives Pflaster betiteln, weil die Menschen dort so ruppig und unfreundlich seien oder so. Das kann ich absolut nicht bestätigen, und ich glaube, es liegt einfach an der Sprache. Versucht daher, euch an jemanden ranzuhängen, der gut Französisch spricht. Oder überwindet euch und kramt euer altes Schulfranzösisch raus, lernt ein paar Floskeln... es wird euch direkt honoriert werden. Und ich konnte anhand der Durchsagen im Flugzeug mal wieder hören, wie grottenschlecht französisches Englisch sein kann xD

Wir haben unseren Flug mit Air France gebucht. Ich hatte schlimmes gehört von dieser Fluglinie wie auch vom Flughafen Charles de Gaulle und war echt nervös. Und prompt vergaß dann auch die Flugbegleiterin, uns Getränke anzubieten und ließ unsere Reihe einfach aus O_o Nachdem wir kurz diskutierten, ob das echt daran lag, dass wir so billige Tickets bekommen hatten und wir uns nicht trauten, wie der typische Meckerdeutsche aufzumucken sprach ich den Fehler an und ich bekam gleich zwei Getränke und zwei Kekspackungen :P Man durfte übrigens nicht wählen zwischen Süß und Salzig, weder auf dem Hin- noch auf dem Rückflug.

Unser Hotel hatten wir über trivago gefunden, solche Vergleichsportale kann ich sowohl beim Fliegen als auch für die Unterkunft echt empfehlen. Es hatte eine echt gute Lage im nördlichen Paris, Montmartre mit Sacré-Coeur in Fußnähe.


Nur zwei Gehminuten von der Métrostation Pigalle entfernt (im Vergnügungsviertel der französischen Hauptstadt also, das aber gegenüber St. Pauli und Reeperbahn hier eher brav und sehr gezügelt wirkt) befand sich unser 2 Sterne-Hotel. Ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, innen anscheinend erst kürzlich renoviert. Für unsere Zwecke absolut ausreichend und bequem genug. Klar, Spabereich oder Fitnessraum sucht man hier vergebens, das brauche ich aber auch nicht - wenn ich nach Paris fahre, will ich die Stadt genießen und keinen Wellnessurlaub machen. Wie für Paris typisch, war das Zimmer sehr klein und das Bett umfasste 80 % des Raumes, was aber auch in Ordnung war. Bad mit Dusche, kleiner Fernseher (natürlich nur mit französischem Programm, weswegen ich für Martin "Super Nanny" und "Les reines du Shopping" (Shopping Queen, was aber auf Deutsch mal so um Längen besser ist, Trash und Unterhaltungs-TV ist eher das métier der Deutschen...) simultan übersetzt habe :D

Die Straßenzüge rund um unser Hotel sahen aus wie aus einem einfach gestalteten Videospiel aus den 90ern, wo sich jedes Geschäft alle drei Häuser weiter wiederholt: Musikfachgeschäft, Tanzbar, Massage, Gitarrenladen, Oben-ohne-Bar, Thaimassage, Musikladen, offensichtlicher Puff getarnt als Bar, Massage mit zwielichtigem Angebot...

                                        Ja. Von dem zuvor beschriebenem sieht man jetzt auf diesem Foto leider recht wenig :P

Eine normal belebte Gegend mit der für Paris einfach typischen Architektur, super angebunden an den öffentlichen Nahverkehr, manche Sehenswürdigkeit in Fußnähe, der leichte Hauch des Anrüchigen, den jeder schätzt, der mal wie ich auf St. Pauli gewohnt hat, nur eben ohne die Sauftouris aus Pinneberg und Stade: Ich würde jedesmal wieder herkommen!

Wir sind an der Gare du Nord ausgestiegen und mit den Koffern bis zum Hotel gelaufen, weil ich keine Lust auf Umsteigen mit Koffern zur Rush Hour in der Métro hatte. Natürlich haben wir uns verlaufen, weil ich auch keine Karten lesen kann, aber immerhin fanden wir dadurch die Supermärkte im Umkreis, was auch nicht schlecht war ;) In Frankreich machen die meisten Supermärkte deutlich früher zu als in Deutschland, oft schon um 19 Uhr, aber in Paris selbst findet man immer wieder welche, die auch bis 21 Uhr oder länger aufhaben.

Wenn man schon in Montmartre schläft, sollte man auch dessen Wahrzeichen anschauen, und so führte unser erster Weg nach dem Ankommen und Auspacken zur Basilique Sacré-Cœur, der weißen Kirche über den Dächern von Paris. Es erfordert einen leichten Aufstieg und der Weg dahin führt durch romantische kleine Gässchen, wie man sie von Ansichtskarten kennt.



                                                                                 Das Innenleben der Kirche

Blick auf den Eiffelturm - den wir während des gesamten Aufenthalts immer nur aus der Ferne erblicken sollten - 
vom höchsten Punkt in Paris aus

Oh  ja, à propos Ankommen. Übrigens gab es keinen Fön im Zimmer. Das war aber angekündigt, weswegen ich natürlich keinen mitnahm. Dass es einen geben sollte hieß also nur, dass man ihn entleihen konnte, aber der Night Auditor war total planlos und verlangte dann 30 (!!!) Euro Pfand für so ein Minireiseteil. Bekam ich natürlich am Ende wieder, aber echt mal... kostet sowas nicht 10 Euro? xD

Nachdem wir uns im nächstgelegenen Supermarkt Monoprix mit leckerem Zeug eingedeckt hatten (Bier und Chips "à l'ancienne", also nach alter Art produziert, Kekse, Haribogummitiere die in Frankreich anders schmecken als bei uns - schon die Haribo Schlümpfe in Wien waren von anderer Konsistenz als die dicken, festen deutschen) für den Abend im Hotelbett machten wir uns aufdie Suche nach etwas Essbarem.

Oh Mann, ich wünschte, wir hätten eine Selbstversorgerküche gehabt. Allein im Monoprix (der super sauber und toll ausgeleuchtet war, hach, ich liebe Supermärkte, wenn sie schön sind!...) hätte es so irre viele leckere Sachen gegeben.


Paris ist teuer. Manche unserer aktuellen Reiseführer machten die Angabe, dass man unter 30 Euro pro Person und Tag nichts Gutes zu essen bekommen würde, was meiner Ansicht nach einfach lächerlich ist. Das muss wirklich nicht sein, wie im nächsten Bericht noch zu sehen sein wird. Wir versuchten uns diesmal einfach an klassischem Fast Food, etwas, das auch in Deutschland immer geht: Döner!!! Einfach ans Ende der rue des Martyrs (eine der bekanntesten Straßen im Viertel) in einen Kebabladen (Döner heißt, wie auch in Saarbrücken, in Frankreich einfach nur "Kebab") rein. Ist auch in Paris etwas teurer als in Deutschland (4,50-5 Euro), geht aber um satt zu werden. Wobei, ich muss echt sagen, "deutscher Döner" ist der Beste. Ehrlich. Der Dönermann ratterte einige Saucen herunter, die ich nicht verstand, weil sie kuriose Spitznamen trugen, weswegen ich mich für uns einfach für Ketchup entschied. Später am Abend merkte ich, dass alle Leute immer "Sauce Samurai" wählten, was mich dann ärgerte, weil ich bis heute darüber nachdenke, was da wohl drin sein könnte? :D

Am Abend unternahmen wir den obligatorischen Spaziergang durchs Viertel und kamen so z. B. am Moulin Rouge vorbei:


Um diese Jahreszeit ist Paris zwar noch milder als Hamburg, aber auch bereits recht kühl, so dass ich mehr als glücklich war, mich später im Hotel aufwärmen zu können. Der Rest des Abend wurde begleitet von Polanskis "Der Gott des Gemetzels" mit Kate Winslet und Christoph Waltz sowie einer Flasche bière blonde der Marke La Goudale, 7,2 %, obergärig, nach einem Rezept aus dem 14. Jahrhundert, das Karamell, Koriander und Orange enthält. Beides sehr empfehlenswert. Lustig auch der Korkenverschluss.

feat. mein Fuß in Gammelstricksocken
 
So, und nun bin ich erstmal so froh drüber, dass ich überhaupt etwas geschrieben habe, dass ich hier schließe und darauf verweise, dass Teil II dann wirklich, wirklich bald noch folgen wird! Danke fürs Lesen :)

Freitag, 29. November 2013

Axes Femme/Anecdote-Shop in Paris

Wir kommen gerade aus unserem (leider viel zu kurzen ;_;) Parisurlaub zurück. Bevor ich mich an den sicher recht langen Eintrag zum Urlaub an sich setze, will ich dem neu eröffneten Shop der japanischen Marke Axe Femmes einen eigenen Beitrag widmen, weil das sicherlich viele interessiert. Es haben in meinem Bekanntenkreis ja schon einige angekündigt, dass sie noch dieses Jahr bzw. in 2014 ebenfalls hinpilgern wollen, das kann eure Vorfreude dann ja nochmals anheizen :D

Axe Femmes ist von der Preisklasse her so ein bisschen das "japanische H&M" oder so, deutlich günstiger als Lolitamarken, mit einem verspielt-eleganten Stil, den man gut in Lolita oder andere japanische Stile integrieren kann, der aber für sich genommen als Alltagslook mit mädchenhaftem und romantischem Touch super funktioniert. In unseren Breitengraden fällt man mit den Teilen sowieso sofort auf, weil es solche detailverliebten und niedlichen Klamotten ohnehin kaum in den Läden zu kaufen gibt.

Meine Shoppingausbeute aus Paris

Dass Axe Femmes im Oktober in Paris eröffnete, hat meinen Entschluss, dieses Jahr wieder in die französische Hauptstadt zu reisen, noch deutlich bestärkt! Für Japanophile ist Paris eh ein Shopping- und kulinarisches Paradies, denn was viele nicht wissen ist, dass Franzosen im Allgemeinen sehr japanbegeistert sind. Ich habe auch noch nie eine Stadt erlebt, an der es an jeder Ecke japanische Restaurants gibt, ausgenommen in Japan natürlich. Aber da greife ich meinen nächsten Eintrag vorweg.

Der Shop liegt im hippen Viertel namens Marais, lokalisiert im 3. und 4. Arrondissement. Das Marais ist mittlerweile ziemlich angesagt, weil sich dort eine Menge Modeboutiquen angesiedelt haben - von kleinen Designern bis zu großen, populären Häusern wie etwa Michael Kors (die übrigens in derselben Straße liegen wie Axes Femme und ich habe wieder einige Taschen gesehen, die ich "brauche" xD) oder Fred Perry (hier hat sich auch mal Martin modetechnisch wohlfühlen können ;) ).

Es hat mittlerweile den Ruf, ziemlich von Touristen überlaufen zu sein, was ich aber nicht bestätigen kann. Der November ist ein sehr guter Monat, um Paris zu besuchen, weil er für viele durch die niedrigen Temperaturen zu unattraktiv ist (aber wer in Hamburg lebt, für den sind 5-7 Grad noch warm xD), daher hat man relativ seine Ruhe vor riesigen Touristenhorden, selbst an Hot Spots wie dem Louvre und Co.

Derp Face nach dem Shoppingtrip

Das Marais ist ein interessantes Viertel, nicht nur für Modebegeisterte, sondern auch aus architektonischer Hinsicht: Es ist weitestgehend verschont geblieben von der Haussmannschen Renovierungswut im 19. Jahrhundert und man kann auf mittelalterlichen Pfaden wandeln. Ebenso ist hier die Zentrale der jüdischen Gemeinde in Paris und eine der Anlaufpunkte für die LGBT-Community. Aber dazu mehr in einem weiteren Beitrag!

Um zu Axe Femmes zu gelangen, nimmt man am besten die Metrolinie 1 (gelb) bis Saint-Paul. Ihr nehmt dann den Ausgang Rue de Rivoli, überquert diese und lauft dann hoch ins Viertel hinein. Die Adresse ist Rue des Francs Bourgeois 47. Wer ein bisschen mehr vom Viertel sehen will und auch gleich eine Pariser Sehenswürdigkeit auf dem Weg "abhaken" möchte, sollte an der Station Chemin Vert der Linie 8 (violett) aussteigen und den Place des Vosges besichtigen, ein Pariser Platz par excellence sozusagen, er gilt als der schönste unter den königlichen Plätzen der Stadt und stammt aus dem Beginn des 17. Jahrhundert. Von da aus läuft man von der Straße Place des Vosges einfach nach links die Rue des Francs Bourgeois entlang. Aber ich warne euch, die Straße erscheint seeehr sehr lang, wenn man ungeduldig ist und sich auf den Shop freut ;)



Denkt daran, in Frankreich haben die Geschäfte nicht so lange auf wie bei uns! Axes Femme hat zumindest bis 19.30 Uhr auf, sogar am Sonntag. Montags öffnen sie um 13 Uhr ihre Türen, dienstags bis samstags um 10.30 Uhr, sonntags um 12 Uhr.

Im Erdgeschoss

Der Laden hat zwei Etagen, im Erdgeschoss befindet sich Anecdote - eine Untermarke, die speziell für den französischen Markt entworfen wurde, und im Untergeschoss findet ihr die eigentliche Axe Femmes-Marke.


Der Shop ist weitläufig, sehr hell, riecht ziemlich charakteristisch (mich hat es leider ziemlich schnell gestört ^^; Martin fand ihn aber angenehm, er meinte es riecht nach Jasmintee) nach dem hauseigenen Parfum, die Deko ist holzlastig, mit einem romantischen Vintagetouch. An den Wänden hängen Bilddarstellungen von Mucha oder vom Paris der 20er Jahre. Allein sich darin umzuschauen macht Freude. Es waren an beiden Tagen zwei bis drei Verkäuferinnen da, die einen äußerst freundlich empfangen und beraten. Da ich selbst französisch spreche, weiß ich aber nicht, wie ihre Englischkenntnisse so sind.

 Die Kinderecke

Die Musik, die gespielt wird, passt perfekt zum Ambiente der Boutique: Der Soundtrack von Amélie Poulain, Songs von Charles Trenet, Django Reinhardt und anderen französischen Stars der 30er und 40er, Neo-Swing...

Anecdote wartet mit größeren Größen auf, S, M und L sind die Unterteilungen. Der Stil soll sich eher an den Pariser Schick anlehnen, aber ich finde, man erkennt kaum einen Unterschied, sowohl oben als auch unten ist alles toll ;) Die Preise sind im Erdgeschoss etwas gehobener, ein Kleid kostet um die 100 Euro. Unten findet man hingegen Kleider ab 60 Euro.


Oben liegt auch ein Tischchen mit süßen Accessoires, Handschuhe, Ohrschützer, Mützen (ab 30 Euro). Das Fell ist übrigens Kaninchenfell (steht da auch, "lapin", darauf müsst ihr achten wenn ihr auf Echtpelz verzichten wollt). Dafür ist das Fell an der Kleidung in der Regel künstlichen Ursprungs.

An der Kasse oben befinden sich noch Accessoires wie Ketten oder Haarreifen. Zwischendrin findet man Taschen, es gibt auch Strumpfhosen mit Prints (um die 15 Euro).

Die Schuhe bzw. Stiefel gibt es in M und L und wenn ihr, wie ich, kleine Füße habt (unter deutscher Größe 38) und eher zierliche Waden werdet ihr super enttäuscht sein - Stiefel in M waren mir viel zu groß ;_; Nein, da helfen auch keine dicken Strümpfe oder Einlagen. Aber der europäischen Mehrheit werden sie passen. Sie kosten übrigens 60-90 Euro.


Man muss nicht extra Bescheid geben, wenn man etwas anprobieren möchte, doch wenn ihr etwas kaufen wollt, beachtet, dass die Kleidung im Shop Ausstellungsstücke sind, ihr bekommt also auf Nachfrage hin aus dem Lager neue Teile zum Kaufen. Kabinen gibt es auf beiden Etagen. In der Umkleide für Kinder hängt eine Schaukel <3

Ich finde die Preise in Ordnung, selbst wenn sie für diejenigen, die bereits in Japan bei AF eingekauft haben, sicher ein kleiner Schock sein werden, denn die Sachen sind schon etwas teurer (wie bei Baby eben auch). Trotzdem nicht deutlich teurer als etwa bei Zara z. B., dafür aber einfach einfallsreicher und etwas Besonderes! Weil selbst Martin das so sah und er das Outfit der Verkäuferin am ersten Tag so schick fand, ermunterte er mich zu einem zweiten Besuch im Shop - dazu sagte ich natürlich nicht nein und kaufte das Outfit gleich nach ;)


Die Einkäufe werden wie bei Baby in hellrosanes Papier eingelegt und als kleines Gimmick gibt es den aktuellen Katalog dazu. Der zeigt aber nur die Kollektion von Axes Femmes, von Anecdote gibt es noch keinen. Der soll aber noch folgen, wie man mir mitteilte.

Wenn ihr danach eine Stärkung braucht: 5 Minuten vom Shop findet ihr Princess Crêpes, wo euch niedliche Verkäuferinnen in Lolita großzügig gefüllte Crêpes nach japanischer Art servieren!

Übrigens dürft ihr Fotos schießen und verbreiten, soviel ihr wollt. Die Mitarbeiterinnen freuen sich, wenn schöne Erinnerungen an den Aufenthalt im Laden geteilt werden!

Mittlerweile kann man auch Bestellungen über Facebook bzw. Mail aufgeben. Es muss über Paypal oder Scheck im Voraus bezahlt werden und schon geht's los. Das ist doch mal eine tolle Neuigkeit auch für die, die in nächster Zeit nicht selbst nach Paris kommen können.



Schlechtes Handyfoto zeigt meine Einkäufe: Eine Bluse in Creme mit brauner Schleife und Brosche und die Kombi aus langem schwarzen Pulli und darunter cremefarbener Bluse (beides festgenäht und nicht getrennt tragbar) mit Brosche, die optional befestigt werden kann.


 Danke an Martin für die Fotos :)

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Urlaub in Saarbrücken

Anfang Oktober war ich mit meinem Freund eine Woche in Saarbrücken. Meine Familie väterlicherseits kommt daher und wir haben quasi eine "Ferienwohnung" dort, deswegen sind wir meistens zweimal im Jahr da (dann zahlen wir ja auch nichts dafür :P). Ich denke mal, die meisten Leute kennen Saarbrücken nicht und/oder haben einige Vorurteile dagegen xD Ich muss sagen, dass ich sehr gerne in Saarbrücken bin, ich würde da auch später gerne leben - die weißen Barockbauten, die Stimmung abends auf dem St. Johanner Markt (denn etwas vergleichbares gibt es in Hamburg nicht, obwohl die Stadt ja wesentlich größer ist), besseres Wetter als in Hamburg, die Nähe zu Frankreich und Luxemburg... Ich liebe auch den Dialekt :D
Ich fühle mich immer sehr wohl dort, und von mir aus kann die Mehrheit sich das auch weiterhin nicht vorstellen, dann werden da wenigstens die Mieten nicht in die Höhe getrieben (und das Nauwieser Viertel, ein alternatives Studenten-Underground-Hippieviertel so wie früher die Schanze in Hamburg war, wird nicht gentrifiziert xD).

Diesmal habe ich leider den Fotoapparat vergessen - das heißt, ich hatte ihn in meine Handtasche eingepackt, aber er ist wieder rausgefallen und ich habe es nicht bemerkt :/ Habe daher auch nicht viele Fotos gemacht, weil das mit meinem Handy nicht die besten werden, aber damit ortsfremde mal einen kleinen Eindruck von Saarbrücken gewinnen, füge ich einfach Bilder aus vorherigen Urlauben ein.

Diesmal sind wir recht früh losgefahren, um 7 Uhr mit dem ICE, das hat sich aber gelohnt, denn wir waren "schon" um halb drei da und hatten somit etwas mehr Zeit am ersten Tag als sonst. Früher sind wir ja immer mit dem Wochenendticket gefahren und mussten deswegen stundenlang quer durch Deutschland mit Regionalzügen tuckern und x-mal umsteigen, ich glaube wir waren immer an die 12 Stunden unterwegs D: Darauf habe ich echt keine Lust mehr!!!

Unsere Wohnung liegt in Alt-Saarbrücken. Dieser Stadtteil ist das ursprüngliche Saarbrücken, erst seit 1909 gibt es Saarbrücken in der Form, wie es heute besteht. In Alt-Saarbrücken liegen z. B. das Schloss, der Landtag und die Ludwigskirche, trotzdem ist der Stadtteil St. Johann, auf der anderen Seite der Saar, die eigentliche City (mit dem Hauptbahnhof, der Einkaufsstraße usw.).

Auf dem Weg zur Wohnung kommen wir immer an der 1775 vollendeten Ludwigskirche vorbei, angeblich der drittwichtigste evangelische Barockbau Deutschlands:

                                        Die Bauten um die Ludwigskirche herum im typischen Stengelbarockstil 

Das Schloss ist auch ganz in der Nähe. Sein Mittelteil ist Ende der 1980er hinzugefügt worden, weil das Gebäude baufällig geworden war. Das Schloss verbindet daher Barock und Moderne miteinander, auf eine Weise die ich recht individuell und gelungen finde.

           Hauptsache es regnet auf einigen Fotos, obwohl ich noch meinte, das Wetter sei in SB so viel besser xD

                                                                                Das Schloss by night


                                                          Die Sicht vom Schloss auf St. Johann und die Saar

                                                            Links die Oper, rechts weiter hinten der Landtag

Und hier ein paar Impressionen von der anderen Seite der Saar:

                        Der St. Johanner Markt mit dem Stengelbrunnen (der bei unserem Aufenthalt gerade renoviert wurde 
                        und nicht zu sehen war))

...das waren mal ein paar der bekannteren Plätze in Saarbrücken :)

Am ersten richtigen Urlaubstag, dem 03. Oktober, beschlossen wir anlässlich des deutschen Nationalfeiertags mal eine "Wanderung" zu unternehmen (als ich das erzählt habe, haben mich gleich alle gefragt, wie ich denn mit hohen Schuhen so weit laufen kann xD Aber ich hab natürlich ganz vorbildlich meine Adidas Samba zum Laufen getragen)

Ich wollte unbedingt mal zu Fuß zu den Spicherer Höhen laufen. Diese liegen in Frankreich, direkt an der Grenze zu Saarbrücken und sind ein geschichtsträchtiger Ort. Dort besiegten 1870 die Preußen die französischen Truppen. Auch im Zweiten Weltkrieg spielte das lothringische Dorf eine bedeutende Rolle für die deutsche Verteidigung. Von der bewegten Vergangenheit Spicherens zeugen noch eine ganze Menge an Denkmälern und Friedhöfen.

Wir sind erst mal in den Stadtteil St. Arnual gelaufen und von dort aus vom Tabaksweiher rauf nach Frankreich. Alles was wir als Orientierung hatten, war eine ausgedruckte Karte von Google Maps und eine kurze Beschreibung des Weges... aaaah ich brauche dringend ein Smartphone xD Das Wetter war glücklicherweise ok, kein Regen, aber auch nicht zu warm, so dass man nicht befürchten musste zu schwitzen.

                  Auf dem Weg kamen wir an einer Alpakafarm vorbei :D "Saar Alpaka" hieß die, ha ha!


                                                                              Alpakas in allen Farben

Auf dem Weg kamen uns mehrmals Autos entgegen, aber kaum andere Spaziergänger, wir fühlten uns sehr diszipliniert, dass wir den ganzen Weg zu Fuß auf uns nahmen :P

Nach einiger Zeit kamen wir an einen Campingplatz, der direkt an der französischen Grenze lag. Von dort aus führten zwei Wege, einer zu einem etwas versteckt liegenden preußischen Friedhof von 1870 und ein sehr steiniger, steiler hoch nach Spicheren. Wir haben erst mal den Friedhof gesucht und nach ein bisschen Umschauen und durch den Waldrand streifen auch gefunden. War schon irgendwie spannend, so ein alter Friedhof fast mitten im Nirgendwo. Da könnte man auch sicher tolle Fotos machen!



Auf dem Weg nach Spicheren waren rechts große, rote Felsen. In einem war etwas eingeritzt, ein Hakenkreuz und die Jahreszahl 1929. Vermutlich hat damals eine Delegation an Nazis einen Ausflug auf die Spicherer Höhen gemacht, um dort des "glorreichen Sieges" der Deutschen über die Franzosen zu gedenken (oder jemand hat das nachträglich in den Felsen gehauen, um Leute wie mir das glauben zu machen xD)?!


Endlich hatten wir es dann geschafft, wir waren in Frankreich! Etwa 8 Kilometer hatten wir dann hinter uns gebracht. Auf den Parkplätzen der Spicherer Höhen war alles voll mit Autos, vor allem Deutsche. Die wollten sicher auch einen schönen Feiertagsausflug machen, aber mit dem Auto ist das ja viel zu einfach :P

                                                     Eines der vielen Denkmäler dort (natürlich von den Deutschen, die 
                                                     haben da ca. 20 Jahre nach der Schlacht von 1870 so einige dort aufgestellt)
In der Nähe der Denkmäler hatte die französische Gemeinde in einem Waldstück einen "Gesundheitspfad" errichtet, dort konnte man an diversen Holzgeräten Sportübungen durchführen. Für uns jetzt nicht spannend, aber wir sind den Weg dennoch entlang gegangen, denn der Karte konnte man entnehmen, dass irgendwo an seinem Ende ein Bunker und ein Panzer stehen sollten.

                          Der Bunker "Wotan" stammt von 1939 und grenzt heute am Sportplatz des Fußballvereins 
                         US Spicheren (hat nichts mit den USA zu tun, steht für "Union sportive")



                                 Ein US-Panzer steht zum Gedenken daran, dass das Dorf 1945 von den Amerikanern 
                                befreit wurde (Martin ganz stolz neben seinem Spielzeug :P)
                             Das 15 Meter hohe Kreuz wurde 1934 von den Franzosen errichtet, nachdem die Region 
                            zwischendurch wieder an Deutschland angeschlossen war

Wir hatten uns natürlich eine Stärkung verdient! Eingekehrt sind wir im Restaurant Woll, ein Traditionsbetrieb, der seit 1897 besteht. Er liegt in Frankreich und die Karte ist auf Französisch, die Gäste waren aber mehrheitlich deutsch und die Angestellten sprachen beide Sprachen perfekt.

Wir aßen Mirabellentarte (Mirabellen sind eine lothringische Spezialität) und Käse, dazu gab es Saarbrücker Bruch-Bier:

                                                                              Das Brot war so lecker <3

Heimwärts wollte ich nicht schon wieder denselben Weg gehen, wir hatten aber keine wirklich gute Karte. Ich wusste, dass irgendwo an der Grenze der Saarbrücker Hauptfriedhof war und wollte den Weg dorthin suchen. Geht zu Fuß aber leider nicht so einfach. Wir sind erst mal ins Dorf gelaufen (überall wird da gebaut, das Dorf hat nur knapp 4.000 Einwohner, wächst aber stetig, sicher auch wegen der ganzen Steuerflüchtlinge aus Deutschland), haben dann nach einigem Hin und Her die "rue de la Bremme d'Or" gefunden ("Goldene Bremm" heißt der ehemalige Zollübergang in Saarbrücken) und sind die Straße hoch, die sehr kurz war und irgendwann in einem Feldweg mündete. Etwas mulmig war mir schon, würden wir den Weg finden, bevor es dunkel wird? xD Nach einem knappen Kilometer ins Tal erreichten wir nicht Deutschland, sondern wieder einen Teil von Spicheren?! Komisch, so ein Dorf auf der Höhe und im Tal. Wir sahen dann eine bröckelnde Friedhofsmauer, stiegen drüber und waren mitten im alten jüdischen Friedhof. An dessen Ende lag dann Deutschland, juchu!!! :D

Von da aus war es dann einfach (wenn auch nicht minder mühsam und lang), immer weiter den Berg hinab. Zwischendrin gingen wir noch an einer stillgelegten Tankstelle vorbei, die von wildlebenden Katzen bevölkert war. Sie sahen uns sehr misstrauisch an xD Nach fünf Kilometern waren wir dann wieder daheim! Im nächsten Urlaub möchte ich auf jeden Fall auch wieder eine Wanderung nach Frankreich unternehmen.

Ein absolutes Muss, wenn wir in Saarbrücken sind, ist ein Besuch im Wildpark! Dieser wird von der Sparkasse gesponsert und ist daher kostenlos. Der Wildpark liegt in der Nähe der Uni und ist damit am Stadtrand und liegt recht hoch, daher fahren wir da immer mit dem Bus hin. Wir gehen da vor allem hin, um die Wildkatze Julia zu besuchen. Sie hat Anfang 2010 einen Katerfreund namens Junior in ihr Gehege dazu bekommen, sie sollten Nachwuchs zeugen, der dann ausgewildert werden soll. Bisher ist in die Richtung nichts passiert und wir haben sie bisher nie zusammen gesehen, aber als wir diesmal da waren, hatten sie schon Babies *__*

So sahen die Wildkätzchen aus, als sie noch klein waren (Bilder von der Saarbrücker Landeshaupstadtseite):

                                                                         OMG Babies *__*

Joah... als wir da waren, waren die Babies schon keine mehr, sondern junge Wildkatzen mit Betonung auf *wild* :D Es sind insgesamt fünf, wir haben aber nur zwei gesehen. Sie sind bis an den Rand des Geheges geklettert und haben uns angefaucht, ich hab richtig Angst bekommen xD

Naja, sie sollen ja auch später in der Wildnis leben ;)

                                                                            Julia, die Katzenmama

Der Katzenpapa hat in einem abgetrennten Bereich des Geheges gechillt ;)

Wir waren auch wieder bei einem Spiel des 1. FC Saarbrücken im Ludwigsparkstadion, ein sehr großes, ehemaliges Bundesligastadion. Sehr angenehm, in der 3. Liga muss man ja net so früh kommen wie etwa bei St. Pauli in der 2., man hat viel Platz, kann auch bei den Stehplätzen auf den Stufen sitzen und zwischendrin hat man genug Zeit um Roschdwurscht und Bier zu kaufen xD




Saarbrücken hat natürlich wieder nicht gewonnen, die gewinnen nie wenn wir da sind xD (gegen Preußen Münster 0:0) 4.200 Zuschauer waren da. Martin möchte noch, dass ich hinzufüge, dass sich die Saarbrücker Fans mal wieder deutlich haben provozieren lassen :D Als die Münsteraner nach dem Spiel einen "Sche*ß Saarbrücken"-Gesang anstimmten, rasteten die Saarbrücker komplett aus (fühlten sich wohl in ihrem Ehrgefühl verletzt) und wollten sich mit den gegnerischen Fans prügeln. Dafür schwangen dann auch einige ihre Fahnenstangen drohend hin und her (was aber auch nicht mehr als eine Drohgebärde blieb, da der Gästeblock quer über den ganzen Platz liegt...), einige machten sich dann auch auf den Weg zum Gästeblock, da das Polizeiaufgebot aber nicht gerade bescheiden war, kamen sie nicht weit (außerdem ist da eh die Anzeigetafel dazwischen :P) Draußen ging es dann weiter, die Straße vor dem Stadion war abgesperrt und Fans beider Lager stachelten sich gegenseitig auf, passiert ist aber nichts weiter (einige haben sich wohl geprügelt, wie man am Rande mitbekam). So muss Dritte Liga-Fußball sein xD

Ansonsten habe ich natürlich auch wieder viel eingekauft, vor allem bei Primark!!! D: Ich lasse da immer viel zu viel Geld. Und etliche andere Dinge haben wir auch gemacht, aber mehr Fotos habe ich nicht :P Wir waren natürlich einige Male essen, z. B. beim Thailänder gleich zwei Mal und einmal in der Sushi Bar zum Mittagsangebot (15 Teller, davon werde ich pappensatt *.*) und Cocktailstrinken zur Happy Hour (ich trinke nie wieder Sex on the Beach xD). Mit meinen Großeltern waren wir ebenfalls einen Tag unterwegs und u. a. im Café Schubert, einer Konditorei die seit 1950 besteht (man sieht, ich habe den gesamten Urlaub über ordentlich zugelangt :D). Daneben noch so "Klassiker" unserer Saarbrückenaufenthalte wie ein Kinobesuch im Camera Zwo (mit etlicher Verspätung mal "Ziemlich beste Freunde" gesehen) und im Nauwieser Viertel waren wir natürlich ebenfalls und haben uns Kräuterkobolde (also so alternative Neo-Hippies mit weiten Hosen, "Wursthaaren" aka Dreadlocks und Kindern, die sie in bunten Tüchern um ihre Körper tragen) in freier Wildbahn angeschaut :P

Ein kleines Lolitatreffen fand auch statt, dazu mehr im nächsten Eintrag.

Übrigens haben wir diesmal nicht Oskar Lafontaine gesehen xD Das passiert sonst fast jedes Mal, wenn wir in Saarbrücken sind.

Mittwoch, 22. August 2012

Urlaub in Kopenhagen

Da ich derzeit noch arg im Stress mit meiner Masterarbeit stecke (mit Glück lasse ich sie morgen oder Freitag binden, ich bin so aufgeregt, danach muss ich mich erst mal mit schönem neuem Kosmetikkram belohnen xD), habe ich den Blog etwas länger pausieren lassen und einiges, was ich schon länger hatte schreiben wollen, kommt nun verspätet dran.

Wie auch mein Bericht zum Kurzurlaub in Kopenhagen Anfang August!

Ich bin mit meinem Freund und seiner Familie mit dem ICE von Hamburg nach Kopenhagen gefahren, was ganz angenehm war - weil wir nämlich Plätze reserviert hatten... Ernsthaft: Ohne Reservierung wäre es die Hölle gewesen. Der Zug war recht klein, da er ja später auf die Fähre passen musste, aber die Deutsche Bahn hat trotzdem fröhlich weiter Tickets verkauft, so dass unmöglich alle Fahrgäste Platz finden konnten. Es war irre voll, die Leute standen in den Gängen, und das die ganze Fahrt lang. Und das ICE-Personal war ja so zuvorkommend und hilfsbereit... nicht. Erst mal blaffen sie die Leute die auf den Gängen stehen und sitzen an, von wegen sie stünden im Weg. Ja ach! Ist ja nun nicht deren Schuld, dass die Bahn viel mehr Tickets an den Mann bringt, als es Plätze gibt. Oder als eine Frau für ihr kleines Kind einen Pappbecher haben wollte, ja sogar angeboten hat den zu bezahlen, wollten sie den partout nicht rausrücken - man könne ja nur den Pappbecher mit einem Heißgetränk darin erwerben...ah ja.

Naja, wir hatten jedenfalls Glück und konnten sitzen. Zwischendrin sind wir dann auf die Fähre, das erste Mal für mich, dass ich mit einem Zug drauf gefahren bin... joaah, es ist irgendwie sehr viel unspannender, als es klingt xD Auf der Fähre bin ich natürlich gleich in den Duty Free-Shop, als dieser aufgemacht hat, aber gekauft habe ich nichts, weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt. Die Preise sind nämlich dennoch höher als hier in Deutschland bei Douglas, DM und Co. Wirkliche Schnäppchen gibt es kaum. Aber natürlich habe ich dort trotzdem die meiste Zeit verbracht :P

In Kopenhagen angekommen, haben wir erst mal unser Gepäck eingeschlossen und sind losgezogen zu den ersten Sehenswürdigkeiten.

Die Männer sind auf den Turm der Vor Frelsers Kirke gestiegen, um da die Aussicht zu genießen. Das ist aber nix für mich... 90 Meter ist definitiv zu viel, wenn man nicht schwindelfrei ist O_o Mir reichen die schönen Fotos, die oben gemacht wurden:



Das hat dann auch recht lange gedauert, aber gerade die Zeit die man brauchte, um vor der Toilette anzustehen xD

Weiter ging es zu einem Kuriosum von Kopenhagen: Die seit 1971 existente "Freistadt Christiania".

Christiania ist eine 34 Hektar große alternative Wohnsiedlung, sozusagen eine riesige, nach Marihuana stinkende Hippie-Kommune :P Ich hatte schon einiges darüber gelesen und war echt gespannt darauf.



Mir fiel gleich auf, wie die "Einwohner" dort gekleidet waren - schlimmer als jedes Klischee über Hippies und Kiffer xD Mir langen Dreads, bauschigen Haremshosen, Batik-Shirts... ich dachte, das gäbe seit den 1990ern nicht mehr ;) 



Wir konnten aber kaum Fotos machen - denn den Großteil von Christiania macht der "Green Light District" aus, und dort ist das Fotografieren nicht erlaubt. Grund ist, dass dort sehr viel mit Marihuana gehandelt wird (SEHR VIEL... da werden auch fertige Joints am Straßenrand verkauft, als wären es Hot Dogs O_o) und natürlich wird an jeder Ecke gekifft, und der Handel mit Gras ist eben in Dänemark verboten.

Auf einem Schild zu Beginn des "Green Light Districts" standen die drei Regeln von Christiania in mehreren Sprachen: "Nicht Fotografieren - Spaß haben - Nicht Rennen, das erzeugt Panik" :D Man kann erahnen, dass der "Nicht Rennen, das erzeugt Panik!!!"-Spruch bei uns ein geflügeltes Wort wurde während unseres Aufenthalts :P

Wir haben dort auch etwas gegessen, aber ich war sehr enttäuscht von der Auswahl. Ich hatte gehofft, dort z. B. mal was Veganes zu finden, aber davon war nix zu sehen auf der großen Fressmeile. Stattdessen der typische überteuerte Hamburger usw. Und die "Menüs" sahen aus wie von einem Imbiss an einem deutschen Badeort, ausgedruckt und verziert mit Männchen aus dem Word-Programm xD Ich habe dann Falafel gegessen, was ganz lecker war.
Insgesamt halte ich Christiania zwar für sehenswert, weil ungewöhnlich, aber ich habe da nicht den Eindruck gewonnen, dass hier politisch motivierte, ideelle Menschen versuchen, ein alternatives Gegenmodell zum Mainstream zu entwerfen oder sowas. Mir kam das eher vor wie ein gigantisches Kifferparadies. 


                                                Das Schild, das einen wieder nach Kopenhagen raus begleitete :D


                                                        Cooles Graffiti für einen Super Mario-Fan wie mich :)

Dann waren wir noch weiter unterwegs und haben uns die Stadt umgeschaut. U. a. mit kleinen Booten, die im Ticket für die öffentlichen Verkehrsmitteln integriert waren - so wie bei uns in Hamburg die Fähren, die zum HVV gehören.

                                                       Die Oper, die mein Schwager in spe so toll findet :P


       Schloss Amalienborg, der Sitz der Königin Margrethe II, mit der Marmorkirche. Man kann da ganz nah ran gehen und   quasi bei der Königin anklopfen :D




                    An die Wachen kam man auch ganz nah ran. In deren Häuschen waren Herzen eingeschnitzt ^^

Ich kürze mal ab und lenke die Aufmerksamkeit auf unser Hotel: Das Hilton, am Flughafen von Kopenhagen, also außerhalb der Innenstadt. 

Ich war das erste Mal in einem Hilton, aber obwohl es ein 5 Sterne-Hotel war... ich bin schon in schickeren abgestiegen. Es wirkte etwas altmodisch und die Zimmer waren zwar schön groß (v. a. das Bad!), aber es gibt stylischere. Dennoch, das Frühstücksbuffet war so gut! Sogar mit Pancakes und Carrot Cake und allem möglichen leckerem Zeug <3

Es folgen also einige Fotos vom Hotel:

                                                                          Das Hotel von außen


                                                           Deutsches Fernsehprogramm :D Yeah!!!


 Meine Longchamp-Reisetasche, die zwar schick ist und die auch sehr viel reinpasst, die aber zum Tragen nicht so super geeignet ist ^^;


                              Das große Bad - in dem es leider gestunken hat. Nach Bahnhofsmännerklo -.-



                                                     Blick auf den Speisesaal
                                                                            Unser Flur
                                                                         Die Lobby
                                                         Blick aus dem Fenster auf den Flughafen

Am folgenden Tag haben wir u. a. ein Bootsrundfahrt gemacht. Das war echt schön, das Wetter war gut und wir haben innerhalb von ca. einer Stunde sozusagen das Wichtigste der dänischen Hauptstadt gesehen.



 Die kleine Meerjungfrau... mit Betonung auf "klein" :P 


                                     Sehr malerisch wie ich finde, das hat mit gut gefallen an Kopenhagen

Abends waren wir dann Essen - Kopenhagen bzw. Dänemark ist ja recht teuer für uns Deutsche, mich machen die Preise da manchmal ganz wahnsinnig O_o Wie immer gab es für mich Hamburger und Pommes... ja ja, wenn ich nicht Pizza esse, esse ich Burger. Ich weiß, sehr abwechslungsreich bei mir, wenn ich essen gehe :P Die anderen hatten natürlich ordentliches Essen, Fisch und sowas. Mein Burger war aber super, schön saftiges Fleisch und dazu selbst gemachte Pommes!



                                                                Lecker Käseplatte auf Schiefer.

Abends waren die Männer im Stadion und Martins Mama und ich haben im Hotel zur Feier des Tages Wein getrunken und Olympia geschaut. Eine Flasche. Für 50 Euro xD Ja ja, die dänischen Preise.

Tags darauf waren wir u. a. in der Carlsberg-Brauerei!



                                                     "Guck mal! Die Frau ist nackt!!!" :D


 In einer Etage gab es eine riesige Sammlung an Bierflaschen aus aller Welt von Marken, die zum Carlsberg-Konzern gehören. Viele waren total verstaubt, ich möchte nicht wissen, zu was sich das Gebräu dort drin mittlerweile entwickelt hat. Hier zu sehen Astra-Flaschen aus Hamburg!


                                                                   Sehr "originelles" Etikettendesign...

Die Carlsberg-Brauerei fand ich gut, war interessant gestaltet, aber nicht zu lang, und zum Schluss gab es für jeden je zwei Bier - im Ticketpreis einbegriffen :P

Leider hatten wir danach kaum noch Zeit, uns die Innenstadt anzuschauen - also, die Geschäfte in der Innenstadt ;) Eigentlich wollte ich zu Lisbeth Dahl und mir einen weißen Rüschenschirm kaufen, für einige Lolitaoutfits. Aber nix... nicht mehr geschafft ;_; Zu Sephora wollte ich auch, Schminkeraubzug, aber auch nix. Nur bei Gina Tricot war ich kurz drin, hab aber nix mitgenommen. Ich habe während meines gesamten Kopenhagen-Aufenthalts nichts gekauft! Ist doch auch mal gut, sparen macht ein gutes Gewissen :D

So viel zum Kurzurlaub, in Kurzfassung ;) Und ansonsten drückt mir doch bitte die Daumen, dass mit der Abgabe der Masterarbeit alles gut läuft :)